Organisationen auf dem Prüfstand

Wie steht es um die Widerstandsfähigkeit Ihres Unternehmen?

In Zeiten von Finanzkrisen, Brexits, Immobilienblasen und Pandemien stellt sich die Frage, wie Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit erhöhen können. Einfache Lösungen gibt es nicht. Eine gute Liquidität ist sehr hilfreich, reicht alleine aber bei Weitem nicht aus, um sich krisenfest aufzustellen. In VUCA-Zeiten, können wir nicht davon ausgehen, dass wir zukünftig ohne Krisen leben. Das wäre wohl auch unrealistisch. Es geht vielmehr darum Unternehmen so zu entwickeln, dass sie auch und gerade in Krisenzeiten Produkte und Dienstleistungen durch Kreativität und ungewöhnliche Vorgehensweisen hervorbringen. Den Wettbewerbsvorteil ausbauen und sich neu erfinden.

Da ist guter Rat teuer. In der ISO DIN 22316:2017 werden neun Faktoren der organisationalen Resilienz beschrieben. Um die Widerstandfähigkeit Ihres Unternehmens zu messen, schlägt die Norm vor, die Umsetzung dieser Faktoren zu messen. Sie geben Auskunft darüber, wie fähig ein Unternehmen ist, sich unter veränderten Bedingungen anpassungsfähig zu zeigen und sich in den Wandel zu integrieren. Durch die Norm werden Unternehmen angehalten sich als Organisation fortlaufend Weiterzuentwickeln.

Interessant ist, dass es sich bei diesen Faktoren, um Messgrößen der persönlichen Resilienz handelt, die auf Organisationen übertragen werden. Dies bedeutet, dass die Faktoren auch zur Messung der Resilienz von Teams und Individuen geeignet sind und so einen 360 Grad Blick auf die Organisation ermöglichen. Denn Unternehmensstrukturen, die nicht resilient sind, wirken auf die Mitarbeiter und können diese in ihrer persönlichen Resilienz negativ beeinflussen.

Kriterien der ISO Norm:

  • Gibt es im Unternehmen eine geteilte Vision und ein klares Ziel?
  • Können Führungskräfte und Mitarbeiter das Umfeld verstehen und beeinflussen?
  • Gibt es eine effektive und ermutigende Führung?
  • Ist die Kultur in ihrem Unternehmen resilienzfördernd?
  • Werden Information und Wissen geteilt?
  • Sind die wichtigsten Ressourcen verfügbar?
  • Ist die Zusammenarbeit der Unternehmensbereiche koordiniert?
  • Wird eine kontinuierliche Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen gefördert?
  • Werden Veränderungen kontinuierlich antizipiert und gemanagt?

Reflektiere die Resilienz des Unternehmens:

  1. Kennt jede Führungskraft und jeder Mitarbeiter im Unternehmen die Vision ihres Unternehmens? Besteht Zielklarheit? (Bei mangelnder Zielklarheit besteht die Gefahr von Zielkonflikten. Die eine schwerwiegende Auswirkung auf die Organisation haben können.)
  2. Verstehen sie die internen und externen Kräfte/Systeme, die auf ihr Unternehmen wirken?
  3. Wie ist es um ihre Führungs- und Fehlerkultur bestellt?
  4. Besteht eine gemeinsame Wertekultur?
  5. Wie steht es um ihr Wissensmanagement. Teilen sie ihr Wissen und ist dieses Wissen für alle zugänglich und transparent?
  6. Verfügen sie bei ihren am meisten verbundbaren Stellen über ausreichende Ressourcen?
  7. Sind die einzelnen Managementbereiche so koordiniert, dass sie gemeinsam wirken und auf ein gemeinsames Ziel einzahlen?
  8. Gibt es Kriterien für Evaluationen? Lebt das Unternehmen eine Lernkultur?
  9. Welche Frühwarnsysteme gibt es, um sich verändernde Bedingungen am Markt zu antizipieren und zu managen?

Ziehen Sie Ihr persönliches Fazit und beginnen Sie über den Aufbau von Resilienz in Ihrem Unternehmen zu sprechen.

Wenn Sie mehr über diese und andere Aspekte der Organisationsentwicklung erfahren möchten, dann klicken Sie hier

Beitrag teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on telegram
Share on email